Türkei 2011: 1. bis 3. Tag: Antalya und Umgebung

Bevor wir uns 14 Tage gemeinsam von A nach B kämpfen werden, reisen wir zum Ausgangspunkt unserer Türkei-Tour getrennt an: Mit Pegasus Airlines geht es von Berlin nach Antalya und mit Condor/Sunexpress von Frankfurt aus. Der Flughafen Antalyas liegt etwa 10 Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums und unser Hotel befindet sich mitten in der Altstadt „Kaleiçi“.

Flugzeuge aus dem Ausland landen entweder am Terminal 1 oder Terminal 2. Dort finden Reisende Geldautomaten, die Lira, Euro oder Dollar ausspucken. Unsere Erfahrung zeigte, dass Lira das Hauptzahlungsmittel ist. Auch wenn viele Hotelpreise in Euro angegeben werden, können diese in Lira zum aktuellen Kurs bezahlt werden.

Um mit dem Bus in die Stadt zu fahren, laufen wir vom Terminal 1 beziehungsweise Terminal 2 zum Nationalen Terminal. Davor fahren der Havas-Bus oder die Linie 202 Richtung Stadtzentrum ab.

Wer es komfortabel und weniger abenteuerlich mag, nimmt den Havas-Bus. Für 10 Lira bringt der klimatisierte Reisebus Urlauber vom Nationalen Terminal zur Innenstadt. Mit etwas Verhandlungsgeschick und englisch-türkischen-Sprachfetzen teilen Reisende dem Busfahrer ihre Wunschhaltestelle mit, wo man sich etwa 25 Minuten später wieder findet. Die gleiche Strecke, aber weniger komfortabel und dafür deutlich günstiger (2,25 Lira) bringt die Buslinie 202 der örtlichen Verkehrsgesellschaft Urlauber zum gleichen Ziel am Beginn des Yener Ulusoy Boulevards. Von da aus geht es zu Fuß oder mit dem Taxi in die Altstadt. Selbst für den besten Pfadfinder bringt eine Karte hier wenig. Die Gassen Kaleiçis sind eng, verschlungen und sie führen alle scheinbar zum Hafen herab.

Bevor wir uns auf dem Weg zum Hotel so richtig verfranzen, fragen wir auf Türkisch bei einem der zahlreichen Händler nach dem Weg. Er fragt kurz woher wir kommen und antwortet routiniert auf Deutsch. Auch wenn wenige deutsche Touristen in der Altstadt ihren Urlaub verbringen, so kommen sie tagsüber von den riesigen Clubhotels der Strände außerhalb der Stadt für einen kurzen Ausflug ins Zentrum. Die Händler haben sich darauf eingestellt und beherrschen Deutsch meist fließend wie ihre Muttersprache. Antalya ist auch eine beliebte Auswanderergegend für deutsche Senioren oder rückkehrende Deutsch-Türken.

Hotel „White Garden“
Mit etwas Orientierungssinn, Verstand und fremder Hilfe erreichen wir unser Hotel „White Garden“ im Südosten der Altstadt, unweit des Karaalioglu Parkes mit dem Hidirlik Turm. Für 35 Euro pro Nacht im Doppelzimmer und mit Frühstück ist es nicht nur günstig, sondern zugleich aufgrund seiner guten Lage, Sauberkeit und netter Atmosphäre sehr empfehlenswert. Die Besitzer begrüßen uns herzlich und zeigen uns stolz unser Zimmer in einem Nebengebäude, das sich von Innen und Außen, wie auch das Hauptgebäude, sofort als altes Osmanisches Haus entpuppt.

2. Tag: Ruinenstadt Perge und Sightseeing in Antalya
Der Tag im Hotel „White Garden“ beginnt mit einem reichhaltigen Frühstück. Die Tische stehen im Schatten einiger Feigenbäume im Garten des Hotels. Auf dem Buffet steht alles was zu einem Türkischen Frühstück dazugehört: Schafskäse, Tomaten, Gurken, Oliven, Brot, Marmelade, Honig und vor allem frisches Obst.

Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof (Otogar), um von da zur Ruinenstadt Perge zu fahren. Vom Hotel aus laufen wir etwa 15 Minuten bis zur Metro-Haltestelle, von wo aus wir mit einer Art Straßenbahn für 1,50 Lira pro Person zum Busbahnhof im Norden der Stadt fahren. Von der Haltestelle „Otogar“ laufen wir etwa 5 weitere Minuten bis zum Terminal für die Nahverkehrsbusse. Wenn man auf den Busbahnhof zuläuft, befindet sich dieser links. Ein Ticket muss man im Gegensatz zu den Fernbussen nicht kaufen. Wir laufen also einfach durch den Terminal direkt zu den Abfahrtsbuchten durch. Dort sind etwa 15 Busse aufgereiht. Ein Schild vor dem Bus und ein zweites hinter der Windschutzscheibe zeigen an, wo der Bus hinfährt. Wichtig ist hier lediglich die Richtung und welche Strecke er fährt. Auf Zuruf („inmek istiyorum“ – „ich möchte aussteigen“) lässt der Busfahrer einen einfach an jeder beliebigen Stelle „abspringen“.

Um zur Ruinenstadt Perge zu kommen, nehmen wir den Bus nach Serik bis zu dem Ort Aksu (3 Lira). Unser Busfahrer scheint Zeit zu haben und so tingelt er gemächlich durch Antalya, nimmt hier und da ein paar Fahrgäste auf, setzt später welche ab, und so rollen wir langsam am Flughafen vorbei bis zu unserem Ziel. Wir haben den Touristen-Bonus in einem Bus voller Einheimischer und so signalisiert uns der Busfahrer, dass unser Ziel erreicht ist. Wie ein ausgesetzter Hund stehen wir an einer vierspurigen Schnellstraße mit einer Fußgängerbrücke darüber und vernehmen den unübersehbaren Wegweiser „Perge – 2 Kilometer“. Schnell noch eine große Wasserflasche als Wegproviant und los geht es zu Fuß – bei 39 Grad im Schatten, es ist Mittag, die Sonne steht fast im Zenit.

Ruinenstadt Perge
Auch wenn Perge als „kaum mehr als eine Ruinenstadt, die problemlos in einer Stunde besichtigt werden kann“ in unserem Reiseführer beschrieben wird, waren wir von der guten Erhaltung beeindruckt. Säule an Säule umgeben die Agora und säumen die Kolonnadenstraße vom gut erhaltenen – aber gerade in Restaurierung befindlichen – Hellenistischen Triumphtor bis zum nördlichen Nymphäum. Die Ruinenstadt bietet genügend Überreste, sodass wir uns vom bunten Treiben in der einstigen Stadt eine Vorstellung machen können. Im Laufe unserer Reise werden wir deutlich schlechtere Ausgrabungsstätten vorfinden. Perge muss schon damals beeindruckend gewesen sein, bevor sich die Stadt Alexander dem Großen geschlagen geben musste. Im 2. und 3. Jahrhundert v.Chr. hatte sie ihre Blütezeit unter den Römern.

Der Rückweg nach Antalya gleicht der Anreise: Die zwei Kilometer zurück zur Schnellstraße, im Richtigen Moment den heranrasenden Minibus per Handzeichen stoppen und bis zum Busbahnhof von Antalya tuckern. Dort in die Metro-Straßenbahn umsteigen und bis vor die Stadtmauer fahren.

Viele Pauschaltouristen kennen Antalya nur vom Flughafen, wenn sie in die Bettenburgen der türkischen Rivera zwischen Antalya und Side fahren. Doch die Stadt an sich sehen nur wenige – maximal bei einer Halbtagestour. Dabei hat die Stadt mit ihrem alten (aber sehr touristischen) Basar, den engen Gassen der Altstadt, einer historischen Straßenbahnlinie und vielen netten Cafés, Kneipen und Nachtclubs für jeden etwas zu bieten.

Für all diejenigen, die direkt in der Stadt ihren Urlaub verbringen, stellt sich die Frage, wo man mal in das milde Nass des Mittelmeers springen kann. Antalya bietet direkt in der Altstadt den kleinen aber sehr engen und nicht wirklich einladenden Stadtstrand neben dem Hafen. Eine bessere Alternative ist eine Abkühlung am westlich gelegenen Konyaalti Plaji, der vom Stadtzentrum mit der historischen Tram bis zur Endstation (Müze) zu erreichen ist. Bei unserem Besuch an dem kiesligen Strand war das Wasser stark mit Algen und Müll verunreinigt und wenig einladend. Wer besseren Badespaß sucht, sollte es mal am ungefähr 12 km südöstlich der Stadt gelegenen Lara Plaji versuchen.

3. Tag: Ausflug nach Termessos.
Die Ruinenstadt Termessos liegt etwa 35 Kilometer im Landesinneren und laut Reiseführer ist sie beeindruckend gut erhalten und liegt hoch oben in einem felsigen Gebirgstal. Für uns war klar: Hier müssen wir hin – nur wie? Warten wir auf unseren Mietwagen und fahren mit ihm zu der archäologischen Städte oder sollen wir vom Busbahnhof mit dem Minibus anreisen? Wir entscheiden uns für die Minibus-Variante (Otogar Richtung Korkutelli für 4 Lira bis Abzweigung „Termessos“) und landen einmal mehr mitten auf der Schnellstraße mit einer kleineren Abzweigung. Nur diesmal strahlt im Sonnenschein ein Wegweiser mit dem Hinweis „Termessos – 9 km“. Na super! Am Eingang des Nationalparks bestätigt uns der Ticketverkäufer: „Der Weg nach Termessos geht 9 Kilometer bergauf“. Die Sonne steht im Zenit und wir fragen schnell nach der Taxi-Variante. Keine 5 Minuten später kommt unser Chauffeur im gelben Wagen und bringt uns die gefühlten 1000 Höhenmeter nach oben. Für 50 Lira holt er uns nach 2,5 Stunden wieder ab und bringt uns zurück zur Schnellstraße. Auf dem oberen Parkplatz angekommen steht uns dennoch ein Fußmarsch bevor. Die wichtigsten Ruinen liegen an einem 4 Kilometer langen Rundweg, der die Hälfte bergauf und die andere Hälfte bergab geht. Die doch recht hohen Taxi-Kosten sind schnell vergessen, als sich vor uns eine fantastische Bergkulisse auftut. Ein bewaldetes Flusstal erstreckt sich bis zur Schnellstaße und das sehr gut erhaltene Theater schmiegt sich an einem Hang vor der traumhaften Aussicht auf einen weiteren Berg. Auf dem Rückweg zum Parkplatz sehen wir Felsengräber. Wir fragen uns, was einen erwartet, wenn man hineinklettert. Wir haben ja nur 2,5 Stunden, bis unsere Rückfahrt ansteht und so kommen wir nicht in Versuchung. Wie vereinbart bringt uns der Taxifahrer zurück zur Schnellstraße. In unsere Traveller-Fähigkeiten vertraut er wohl nicht sonderlich und so hält er für uns noch den Minibus an, der uns zum Busbahnhof zurück bringen wird. Damit wir auch noch einen Sitzplatz bekommen, wird kurzerhand ein Plastikhocker aus dem Fahrerraum organisiert und in den Gang gestellt, wo einer von uns sich drauf setzen darf.

Video: Hafen von Antalya am Abend

Video: Theater von Termessos

Zur Diashow (Klick auf das Foto):
Dächer der Altstadt "Kaleici" in Antalya

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Eine Antwort zu “Türkei 2011: 1. bis 3. Tag: Antalya und Umgebung

  1. Pingback: Türkei 2011: Antalya – Izmir, Istanbul, August 2011 « Stefan Dietrich – Fotografie

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