Monatsarchive: April 2012

UNESCO Weltkulturerbe: Brügge in Belgien

Brügge wird ihrem ursprünglichen Namen gerecht, indem es die Brücke zwischen ruhigen Gassen sowie lauten Plätzen und somit zwischen Kleinstadtidyll und Massentourismus bildet. Leider überwiegt spätestens gegen Mittag, wenn der Touristenstrom seinen Höhepunkt erreicht, die Hektik. Besucher strömen durch den mittelalterlichen Stadtkern, stürmen Kirchen während der Gottesdienste und lassen sich von Motorbooten und Kutschen im Galopp durch die Stadt fahren. Dazu kommen zahlreiche Einheimische und Besucher auf Fahrrädern. Alle wollen in möglichst kurzer Zeit möglichst viel von der Stadt sehen, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Leider stören Sie dabei die Ruhe, die die im Norden Belgiens liegende Stadt ausstrahlen könnte: Kleine Backsteinhäuser säumen die Ufer der Reien – Kanäle, die die Stadt durchziehen – und die Windmühlen auf der Wallanlagen um die Stadt herum vermittelt den Eindruck, als wäre die Nordsee zum Greifen nahe. Doch bevor man diese Impressionen genießen kann, muss man sich weit von den klassischen Sehenswürdigkeiten wie dem Grote Markt mit dem Belfried, der St.-Salvator-Kathedrale oder der sehenswerten Heilig-Blut-Basilika entfernen. Dennoch lohnt sich die Fahrt in den Norden, um Brügge einen Besuch abzustatten und einen Ausgleich zu all den hektischen Touristen zu bilden.

Reise-Fakten:
Anreise: Mit dem Auto ab Brüssel, etwa 1 Stunde
Parken: Parkhaus am Bahnhof für 3,50 pro Tag inkl. Bustransfer in das Stadtzentrum und zurück oder 20-minütiger Spaziergang.

Reisereportage Brüssel: Auch für Nicht-EU-Parlamentarier eine Reise wert

Brüssel gilt als die Hauptstadt der Europäischen Union. Doch neben dem Sitz des EU-Parlaments bietet die Stadt im Herzen Belgiens mehr als nur einen Arbeitsplatz für EU-Parlamentarier, Lobbyisten und Korrespondenten. Vor allem über die Wochenenden und Feiertage kommt die sonst pulsierende Stadt zur Ruhe. Trotz der regelmäßigen Medienpräsenz besuchen die belgische Hauptstadt vergleichweise wenige Touristen.

Dabei bietet die Innenstadt und auch die einzelnen umliegenden Stadtteile viele Sehenswürdigkeiten und Sehenswertes: Der Grand‘ Place mit dem Rathaus, Stadtmuseum und zahlreichen Zunfthäusern sowie die Umgebung mit Börse, Oper und Manneken Pis bilden die touristischen Highlights. Außerhalb des direkten Zentrums locken beispielsweise der Justizpalast, das Europa-Viertel, das Atomium und zahlreiche Jugendstilhäuser sowie Stadtteile zum genießen – wie rund um den Place du Grand Sablon.

Auf der anderen Seite warnen Reiseführer und Medien regelmäßig vor hoher Kriminalität sowohl in der Innenstadt als auch in den angrenzenden Stadtteilen und vor allem in Metros, Trams und Bussen. So stoßen in der Nähe des Fischmarktes ein „reiches Viertel“ auf ein „armes Viertel“ und im Norden Brüssels um den Nordbahnhof im türkisch/marokkanischen Stadtteil Schaerbeek Islam auf Rotlicht. Auch wenn Brüssel damit zu den fünf gefährlichsten/tödlichsten Städten Europas zählt, sollte man sich dadurch nicht von einem Besuch abschrecken lassen. Wie in jeder Großstadt gilt auch in Brüssel: Augen auf an touristischen Plätzen vor (auch sehr jungen) Dieben, Vorsicht in dunklen Gassen am Abend und in der Nacht, Brennpunkte wie um den Nordbahnhof oder Bahnhof Midi meiden oder nur in einer Gruppe tagsüber aufsuchen.

Reise-Fakten:
Reisezeit: Anfang April, 2 1/2 Tage
Übernachtung: Hotel Villa Royale, frisch renoviert, kleine aber feine Zimmer, 20 Minuten zu Fuß in die Innenstadt, freundliches Personal. Parkhäuser in der Umgebung (15 Euro/Tag). An Wochenenden und Feiertagen locken günstige Übernachtungskosten in ganz Brüssel.
Essen: In Brüssel warten zahlreiche Sternerestaurants und unzählige Brasserien auf hungrige Mägen. Getestet und als sehr gut empfunden: Le Forestier – Brasserie, Rue Haute 2 (kaum touristisch, lecker und Deutsch sprechender Inhaber, Hauptgänge zwischen 8 und 17 Euro.
Kurze Pause: Brüsseler Waffeln oder „Half/Half“ (Mix aus Wein und Champagner) in der Brasserie mit Jugendstilambiente „Le Cirio“ neben der Börse.
Snacks: Brüssler Waffeln (z.B. in der Straße „Stoofstraat“, ab 1,50 Euro in der Innenstadt. Pommes Frites mit zahlreichen Saucenvariationen am Place de la Chapelle. Belgische Pralinen z.B. von Leonidas (zahlreiche Geschäfte in der Stadt).
Getränke: Belgisches Bier in zahlreichen – skurrilen – Variationen mit teils Schwindel erregendem Alkoholgehalt.
Nicht vergessen: Montag bis Freitag ist der Justizpalast (heute: Gerichtsgebäude) geöffnet und jeder darf ungehindert durch das imposante Gebäude schlendern oder in den „Beratungsnischen“ Postkarten schreiben – absolut sehenswert! Die gigantische – wenn nicht sonderlich hübsche – Nationalbasilika des Heiligen Herzens am Kuckelberg. Die Kirche Nôtre-Dame au Sablon am Place du Grand Sablon. Den Ausblick vom Restaurant des Musée des Instruments de Musique (Musikmuseum) genießen und den Jugendstil des Gebäudes bewundern (Restaurant ohne Eintritt).