Stern Fotografie 68: Steve McCurry

Stern Fotografie, Nr. 68, Steve-McCurryAfghanistan, Tibet, China, Jemen, Indien und viele weitere Länder sind das Zuhause von Steve McCurry. Er wählte den Beruf des Fotografen, um ihn mit seiner Reiseleidenschaft zu kombinieren. Er liebt das unorganisierte Leben auf den Straßen fremder Länder und hält es in packenden und farbenfrohen Fotografien fest. In seiner Heimat Philadelphia findet er nicht die Bilder, die er sucht, und so zieht es ihn immer wieder hinaus – meist Richtung Asien.

Und zuletzt unter anderem dafür, um den letzten Kodachrome Film zu verschießen. Die Ausstellung zu „Last Roll of Kodachrome“ konnte ich vergangenes Jahr im Museum „Istanbul Modern“ bewundern und seitdem packte mich McCurry.

Bei einem Auftrag für das US-Magazin „National Geographic“ gelang 1984 dem Fotografen, der zwei Jahre später Mitglied der Fotografenagentur Magnum wurde, ein beindruckendes Lichtbild: Er fotografierte in einem als Klassenzimmer fungierendem Zelt in einem Flüchtlingscamp bei Peschawar ein afghanisches Mädchen. Wie er hinterher feststellte, stach es gegenüber den anderen Mädchen hervor: ihre packenden grünen Augen in einem Gesicht, das alles über das Leben der Flüchtlinge erzählte. Das Bild gehört seitdem zu einem der meistveröffentlichten der Welt.

Kein Wunder das damit auf der zweiten Seite auch die aktuelle Ausgabe von „Stern Fotografie – Nr. 68“ eröffnet, die sich den Werken von Steve McCurry widmet. Vielmehr ist es ein Wunder, dass die Klammer am Ende des Heftes nicht geschlossen wird, indem das 17 Jahre später entstandene Foto gedruckt wurde, das das einstigen Flüchtlingsmädchen Sharbat Gula als mittlerweile erwachsenen Frau zeigt.

Die Redakteure von „Stern Fotografie“ wählten stattdessen eine bunte Auswahl aus dem Portfolio des Fotografen. „Bunt“ trifft es ganz gut, denn die Großformatigen Drucke geben die expressiven Farben McCurrys Fotos sehr gut wieder. Hohe Kontraste, spannende Bildmotive, feines Korn und exzellente Bildgestaltung zeichnen die Fotografien aus, die sich auf Portraits und Reportagen konzentrieren. Auch wenn die Stern-Redakteure in den wenigen begleitenden Texten versuchen, das Wirken und Schaffen McCurrys zu würdigen, wirkt sich die Begeisterung der Autoren – die ich gerne teile – nicht unbedingt auf die konzeptionelle Gestaltung von „Stern Fotografie“ aus. Viel mehr wirken die Fotos aneinander gereiht, bevor am Ende des Heftes eine interessante Vita des Fotografens zu Zuge kommt.

Dennoch: die aktuelle Ausgabe „Stern Fotografie – Nr. 68“ ist insgesamt ein lohnenswertes Heft, dessen knapp 20 Euro gut investiert sind!

Stern Fotografie, Nr. 68, Steve McCurry

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