Kategorie-Archiv: Türkei 2011

Guten Rutsch!

Wunderkerzen bilden die Jahreszahl "2011"

Fotoreflex.de wünscht allen Freunden und Geschäftspartnern einen guten Rutsch ins Neue Jahr und schaut mit einem fotografischen Jahresrückblick auf ein ereignisreiches 2011 zurück.

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Bildband: „Istanbul – Eine Stadt, die Geschichten erzählt“

96 Seiten und 79 großformatige Fotos: Das sind die Fakten zu unserem neuen Bildband „Istanbul – Eine Stadt, die Geschichten erzählt“. Bereits viermal bereisten wir als Reisefotografen die Metropole am Bosporus und haben unsere Eindrücke in viel mehr als nur Fakten abgebildet – die Fotos im Bildband transportieren Emotionen und zeigen das Leben der Stadt. Uns zog es kreuz und quer durch Istanbul: Vom Norden, wo das Schwarze Meer in den Bosporus übergeht, bis zu den Prinzeninseln im Süden und von Tuzla auf der asiatischen Seite bis zum europäischen Levent im Westen der Stadt. Wir waren unterwegs in stickigen Bussen, rasanten Taxis, fast stauresistenten Straßen- und U-Bahnen, sowie auf den beliebten und etwas nachdenklich stimmenden Fähren.
Getreu dem Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ verzichten wir auf jegliche Kommentare – die Bilder sollen von alleine ihre Wirkung auf Sie als Leser entfalten.

Bildband: „Istanbul – Eine Stadt, die Geschichten erzählt“
Bildband: „Istanbul – Eine Stadt, die Geschichten erzählt“
Bildband: „Istanbul – Eine Stadt, die Geschichten erzählt“

Der vierfarbige Bildband ist auf mattem Premiumpapier gedruckt und im Quer-Format (25 x 20cm) für 64,99 Euro (zzgl. Versandkosten) online erhältlich.

Hier den Bildband „Istanbul – Eine Stadt, die Geschichten erzählt“ anschauen und bestellen:

Von Stefan Dietrich un…

Kalender 2012: Südtürkei

Da hängt er nun: Der frisch eingetroffene Wandkalender für das Jahr 2012 von Fotoreflex.de. 13 Motive aus der 1.380 Kilometer langen Reise entlang der Süd-West-Küste der Türkei zieren den Jahreskalender. Der große A3-Querformat-Wandkalender bietet genügend Platz, damit sich die Bilder entfalten können. Wenige Exemplare sind noch erhältlich.

Kalender "1380 Kilometer" für das Jahr 2012

Schakirin-Moschee (Şakirin Camii) in Istanbul

Istanbul ist modern – in Istanbul werden die Trends der Türkei gesetzt. Dennoch war es Mitte 2009 recht erstaunlich, dass im asiatischen, etwas konservativen Stadtteil Üsküdar eine Moschee eröffnet wurde, die durch ihre moderne Architektur auffällt – die Schakirin-Moschee (Şakirin Camii). Darüber hinaus gilt sie als erste Moschee, deren Innenarchitektur von einer Frau entworfen wurde.

Nicht nur die Tatsache, dass die Innenarchitektin Zeynep Fadıllıoğlu eine Frau ist, sondern auch dass man ihren Namen mit schicken Bars verbindet, die sie gestaltet hat, stieß vor allem bei konservativen Journalisten wenig auf Begeisterung. Als Krönung ließ sich die Innenarchitektin dann auch noch ohne Verhüllung in der Moschee fotografieren. Da half es kaum, dass Fadıllıoğlu bei der Gestaltung eng mit Islamwissenschaftlern zusammen arbeitete.

Die Schakirin-Moschee liegt am Rand des größten Friedhofgeländes Karacaahmet. Ihre zwei Minarette sind schon aus der Ferne zu sehen, die insgesamt noch die größte Ähnlichkeit mit klassischen Moscheen Istanbuls haben. Denn der Architekt Hüsrev Tayla gestaltete die moderne Moschee nicht unbedingt wie man es schon zahlreiche Male gesehen hat. Die Kuppel ist an den Ecken weit nach unten gezogen und die Anlage um die Moschee auf dem 10.000 Quadratmeter großem Grundstück ebenfalls modern gehalten. Der Brunnen im Innenhof hat eine glänzende Halbkugel und die verschnörkelte Metallstruktur bricht das Licht zu formschönen Schatten.
Auch im Inneren ist alles etwas anders: die Wände bestehen größtenteils aus Glas, sodass der Gebetsraum, der bis zu 350 Gläubige fasst, von Tageslicht und Sonne durchflutet wird. Die knalligen Farben und schwunghaften Formen springen ins Auge und mit viel Liebe zum Detail hat Zeynep Fadıllıoğlu – typisch Frau eben – alle Einzelteile ausgestaltet.

Weitere Impressionen aus Istanbul sind hier zu finden

Türkei 2011: 12. bis 14. Tag: Istanbul

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Sultan-Ahmed-Moschee (Blaue Moschee, Sultanahmet Camii) im europäischen Stadtteil Sultanahmet in Istanbul

Video: Gemeinsames Fastenbrechen (Iftar) im heiligen Monat Ramadan in einem Park vor der Blauen Moschee im europäischen Stadtteil Sultanahmet von Istanbul

Weitere Fotos aus Istanbul auf Fotoreflex.de:
Istanbul 2006
Istanbul Spezial: 40 Fotos und deren Geschichten
Istanbul 2009
Istanbul – Die Stadt auf zwei Kontinenten, Diashow

Türkei 2011: 11. Tag: Von Izmir nach Istanbul

Unser Bus fährt erst am Abend nach Istanbul, so verbringen wir also noch einen Tag in Izmir und genießen zuvor noch das Frühstücksbuffet im Hotel Konak Saray. Saray heißt soviel wie Palast und so fühlen wir uns hier auch. Unser Zimmer in dem restaurierten und sanierten alten, osmanischen Haus ist modern und sehr sauber. Das Bad ist geräumig und bietet den Service eines Mittelklassehotels – einfach top.

Nach der Hälfte des Tages verstehen wir, warum uns die Pension-Besitzer in Selçuk fragten „Was wollt ihr in Izmir?“. Wir sind bereits durch die beeindruckenden Basar-Gassen gelaufen, haben uns die Agora angesehen, waren im archäologischen und ethnografischen Museum, haben den Uhrenturm und die Konak Moschee im Stadtteil Konak bestaunt und haben bereits angesehen, wie Atatürk in seinem Haus in Izmir residierte. Doch nun haben wir genug von der großen, recht unpersönlichen Stadt und sehnen uns nach Istanbul.

Um 23 Uhr soll uns ab dem Busbahnhof am Rande der Stadt ein Bus des Unternehmens Varan (55 Lira pro Person) in die Bosporus-Metropole bringen. Am Busbahnhof Basmane werden wir dazu um 22.15 Uhr von einem Varan-Minibüs abgeholt. Wenig später sitzen wir in unserem komfortablen Reisebus. In der Rückenlehne sind Touchscreens eingebaut mit denen wir uns Musik aus verschiedenen Kategorien aussuchen können. Türkische Fahrgäste können auch Filme in der Landessprache ansehen. Selbst einen USB-Slot gibt es, um die Bilder von der Digitalkamera anzusehen. Echter Luxus erwartet uns hier. An Board sind neben den zwei Fahrern, die sich regelmäßig abwechseln, noch ein Steward, der wie im Flieger mit einem kleinen Wagen Getränke serviert und einen Gute-Nacht-Happen reicht. Wir bringen unseren Sitz in Schlafposition, doch nur das Einschlafen will bei all dem Schaukeln nicht so recht gelingen. Irgendwie dösen wir vor uns hin, bemerken, dass wir mit der Fähre über das Marmarameer übersetzen und finden uns wenig später an einem Haltepunkt in Istanbul wieder. Von hier aus geht es die letzten Kilometer zum Taksim ins Zentrum der Metropole, von wo aus wir mit der Tram zu unserem Hotel in Sultanahmet fahren.

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Uhrenturm (Saat Kulesi) am Konak Meydani (Konak Platz) in Izmir

Türkei 2011: 10. Tag: Von Selçuk nach Izmir

Gegen 9.30 Uhr brechen wir auf, um das archäologische Highlight unserer Reise zu besichtigen: Ephesos. Die antike Stadt (7,50 Lira Parkgebühr, 20 Lira Eintritt) soll die best erhaltene im östlichen Mittelmeerraum sein. Auf uns macht Ephesos eher so den Eindruck, als hätten dieses Versprechen alle Touristen der Region gelesen und pilgern nun hierher. Zwischen der berühmten und beeindruckenden Celsusbibliothek und dem obern Teil der Ausgrabungsstätte auf der Kuretenstraße quetschen und drängeln sich schier unendlich viele Touristen. Die antike Stadt ist völlig überlaufen und so bleibt trotz der frühen Stunde wenig Motivation sich zu den einzelnen Ausgrabungen durchzukämpfen. Einen ruhigen Platz finden wir dennoch: Die Hanghäuser. Sie kosten zwar zusätzliche 15 Lira Eintritt, doch diese Investition lohnt sich auf alle Fälle. Hier sehen wir, wie unter der Regie Österreicher Archäologen die Hanghäuser rekonstruiert werden: Hier puzzeln die Archäologen Mosaike aus Trümmern zusammen, sie zeichnen Wandbilder nach und bauen die Wohnblocks aus der römischen Zeit wieder auf – wirklich beeindruckend.

Nach soviel Kampferfahrung beim Drängeln und Schieben zu Fuß in Ephesos fühlen wir uns bereit für die Autofahrt zu unserem Endpunkt der Reise: Izmir. Knapp 5 Millionen Einwohner hat die Stadt und so können wir uns langsam wieder an die Bosporus-Metropole Istanbul gewöhnen. Das Izmir groß ist, war uns bewusst, aber dass es beispielsweise so viele Autobahnabfahrten gibt? Ok, wir müssen zu unserem Hotel nach Konak im Zentrum der Stadt – also folgen wir der Ausschilderung und halten das Handy mit Navigationsfunktion bereit, denn nach der passenden Autobahnabfahrt sind wir so mit dem Straßenverkehr beschäftigt, dass wir kaum noch einen Blick für die wenigen Straßenschilder haben. Ok, da ist der Bahnhof Basmane – wir scheinen uns dem Hotel zu nähern. Plötzlich möchte die Frau aus dem Navi, dass wir wenden. Naja, wäre in der Mitte keine Leitplanke, würden wir das selbst auf der 4-spurigen Straße probieren – typisch türkisch eben -, aber so wird es schwer. Bei der nächsten Gelegenheit machen wir eine scharfe Wende und 5 Minuten, mehrere kleine Gassen später, finden wir uns vor dem Hotel Konak Saray wieder. Der Parkplatz befindet sich ums Eck. Auto abgestellt und wenig Später reibungslos an den Vermieter übergeben, sind wir nun wieder auf unsere Füße und den Bus angewiesen, der uns am nächsten Abend nach Istanbul bringen wird.

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Die Celsus-Bibliothek (auch Bibliothek des Celsus) ist ein antikes Bibliotheksgebäude in Ephesos (Efes)

Türkei 2011: 9. Tag: Von Bodrum nach Selçuk

Bodrum verlassen wir nach einer unruhigen Nacht (20 Meter vom Partystand entfernt) fluchtartig. Schnell noch bei einer Bäckerei ein paar Simits (Sesam-Ringe) geholt und das Gas durchgetreten. Wir wollen einfach weg hier, vielleicht können wir das Ungeziefer, das uns in den Betten befallen hat, abhängen. Unsere Strecke führt über Milas nach Didyma. Hier steht der Apollon-Tempel und wer wissen möchte, wie Mysteriös ein ehemaliges Orakel sein kann, sollte früh am Morgen hier aufschlagen, wenn kaum Touristen die Sehenswürdigkeit bevölkern. Auf dem komplett leeren Parkplatz stellen wir unser Auto ab und folgend dem Weg zum Tempel. Für 3 Lira bekommen Besucher hier so viel „Original“ geboten wie kaum woanders. 122 Säulen sollen es gewesen sein, die hier einst das Orakel bildeten. Zwei Säulen mehr und es wäre ebenfalls eines der Sieben Antiken Weltwunder geworden, doch so konnte es sich gegen den Artemis-Tempel von Ephesos nicht durchsetzen. Während wir durch die Säulen-Stümpfe schreiten und zu den zwei rekonstruierten hinaufblicken, merken wir, wir imposant der Tempel einst gewesen sein muss. Aus der Ferne betrachtet, sehen die nun mehr werdenden Touristen aus wie Winzlinge. Der kurze Abstecher von der Schnellstraße aus nach Didyma lohnt sich also alle mal.

Auf gleichem Weg geht es wieder zurück zur D525. Wie immer fahren wir durch eine landschaftlich sehr reizvolle Gegend nach Selçuk. Anfangs wollten wir hier nur schnell in der Tuncaypension unser Gepäck abwerfen und dann weiter zum nah gelegenen Strand Pamucak. Etwa 7 Kilometer westlich von Selçuk an Ephesos vorbei liegt hier ein wenig tourristischer Strand, der zu empfehlen ist. Richtung Pamucak fahrend nehmen Badelustige am besten gleich die erste „Abfahrt“ an einer Kreuzung nach rechts, während die Hauptstraße eher nach links weiterführt. Am Ende der Straße ist ein kleiner Parkplatz. Anscheinend kann man aber auch an dem kleinen Jandarma-Posten vorbeifahren und direkt auf dem Strand parken.

Doch bevor wir die Fluten von Pamucak genießen, erkunden wir die Historie Selçuks. Der Überlieferung nach kam der Apostel Johannes zweimal nach Ephesos. Man hielt früher ein Grab aus dem 4. Jh. für seines. Daher ließ der Kaiser Justinian eine prachtvolle Kirche über dem Grab bauen. In den Ruinen der damaligen Johannesbasilika bekommt man noch heute eine gute Vorstellung von dem Bauwerk. Zahlreiche Bodenmosaike zieren den Boden. Unterhalb der Basilika befindet sich die Moschee „Isa Bay Camii“ und oberhalb thront die Festung der Stadt, die nicht besichtigt werden kann, weil eine Mauer vor einiger Zeit eingestürzt ist.

Nach der letzten doch sehr kurzen Nacht in Bodrum fallen wir am Abend völlig erschöpft in unsere Pension. Doch in der Nachbarschaft wird eine Hochzeit gefeiert – lautstark, wie es sich für eine türkische Trauung gehört. Ab 24 Uhr soll Ruhe sein, versichern uns die sehr freundlichen und hilfsbereiten Pension-Betreiber, die ihr Haus in gutem Schuss halten und erstklassige Zimmer mit ordentlichem und saniertem Bad anbieten. Das türkische Frühstück servieren sie am nächsten morgen in dem von Wein überdachten Innenhof der Pension, sodass wir ausgeruht und gestärkt starten können.

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Apollon-Tempel in Didyma

Türkei 2011: 8. Tag: Von Marmaris nach Bodrum

Die merkwürdige Stadt, das unschöne Hotelzimmer und das schlechte Frühstück treiben uns am 8. Tag unserer Reise aus Marmaris. Natürlich hatten wir die Hoffnung, uns in Bodrum wohler zu fühlen. Doch weit gefehlt. Wir haben im Hotel „Mars Otel“ ein Zimmer reserviert und werden mit „Ich habe kein Zimmer für euch frei“ begrüßt. Na vielen Dank! Kurzerhand schwingt sich der füllige Hotelbetreiber auf den Beifahrersitz unseres Wagens und bringt uns zu einer Ersatzbehausung. Im Auto nennt er uns die Vorzüge: hübsch und 20 Meter vom Strand weg. Das Hotel ist weder hübsch noch einladend. Es ist schrecklich: Die Bettwäsche hat schon mindestens 3 Gäste gesehen ohne gewaschen zu werden und das Zimmer sowie das Bad haben seit der Eröffnung noch nie Reinigungsmittel gesehen. Die Anpreisung „20 Meter vom Strand“ bedeuten auch: 20 Meter von der Partymeile entfernt. Die Nacht ist laut.

So schlecht die Unterkunft auch ist, so schön finden wir Bodrum. Die Stadt ist viel entspannter als Marmaris, etwas gehobener und hier laufen keine vom Hautkrebs geplagten Engländer mit nacktem Oberkörper durch die Gassen. Sehenswert sind nicht nur die Strandpromenade sondern auch das Kastell St. Peter (Eintritt 10 Lira). Darin ist auch das Museum für Unterwasserarchäologie untergebracht. Leider war es bei unserem Besuch jedoch geschlossen. So genießen wir also den kleinen Spaziergang durch die Burg mit immer wieder tollen Blicken auf die Stadt und den Hafen. Die hier liegenden Yachten sind um einiges imposanter als in Marmaris – Geld scheint in Bodrum keine Rolle zu spielen, wie wir an den zahlreichen Gold-Zentren erkennen.

Das eigentlich Highlight Bodrums steht uns aber noch bevor: Das Mausoleum – einst war es eines der Sieben Antiken Weltwunder heute ist es nicht mehr als eine Steinansammlung, wo man schon viel Phantasie braucht, um sich ein Mausoleum im hellenistischen Stil in weißem Marmor vorzustellen. Fast 19 Jahrhunderte hat es überlebt, bis 1522 Kreuzritter es abrissen, um Baumaterial für das Kastell St. Peter zu gewinnen. Bewegender als die Ruinen ist vielleicht die Örtlichkeit – hier stand eines der Sieben Antiken Weltwunder. Das Mausoleum von Halikarnassos war seit seiner Fertigstellung so berühmt, dass der Begriff Mausoleum seitdem als Synonym für eine großartige Grabanlage steht.

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Yachten im Hafen der Touristenstadt Bodrum

Türkei 2011: 6. und 7. Tag: Von Kayaköy nach Marmaris sowie Ausflug nach Knidos

Als Dorfkind in die Großstadt – so könnte man unsere Eindrücke des heutigen Tages zusammenfassen. Die letzten zwei Nächte waren wir in kleinen Dörfern, nun geht es nach Marmaris. Auch wenn die Touristenstadt offiziell nur etwa 35.000 Einwohner hat, soll sie uns sehr groß und anonym vorkommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Stadt im Sommer auf 200.000 Menschen anschwillt.

Nach dem leckeren Frühstück in der Villa Rhapsody statten wir in Kayaköy noch der alten griechischen Stadt einen Besuch ab, lassen die Felsengräber von Fethiye links liegen und nehmen Kurs auf die Partyhochburg Marmaris, aber nicht ohne uns vorher ein wenig Erholung am Strand von Iztuzu in der Nähe des Ortes Dalyan zu gönnen. Diese 4,5 Kilometer lange Sandbank ist in ihrer Natürlichkeit erhalten, weil Umweltschützer erfolgreich verhinderten, dass hier große Bettenburgen entstehen. Denn Iztuzu ist einer der letzten Nistplätze der Karettschildkröte am Mittelmeer. Gegen eine Gebühr von 7,50 Lira parken wir auch hier direkt am Strand und springen in die Fluten. Naja – Fluten wäre übertreiben. Der feine Sandstrand geht sehr flach ins Mittelmeer und so gleicht das Baden einer halben Wanderung, um tieferes Wasser zu erreichen. Aber das Wasser ist fantastisch, der Sand sehr fein und die Bucht einfach nur klasse. Ok, auch wir haben ein schlechtes Gewissen, dass wir uns dem wenigen Tourismus hier hingeben, ihn damit unterstützen und vielleicht die Schildkröten aus ihrem natürlichen Raum vertreiben. Um nicht weiter zu stören, fahren wir weiter nach Marmaris.

Marmaris
In Marmaris erfahren wir das erste Mal, was Massentourismus bedeutet: Am Stadtstrand liegen die Touristen wie Heringe und gleich dahinter führt die Promenadenstraße entlang. Wir können uns schöne Strände zum Baden vorstellen und wollen die Stadt erkunden. Doch tagsüber gibt es hier nicht viel zu sehen. Die Burg von Marmaris hat bei unserer Ankunft bereits geschlossen – es ist nach 17 Uhr. Der Basar überzeugt uns nicht wirklich – da sind wir besseres aus Istanbul gewohnt. Der Yachthafen ist weitläufig – ok, hier könnte Neid aufkommen. Doch würde nicht ausgerechnet jetzt die AIDA diva den Hafen verlassen, hätten wir die Yachten jetzt wahrscheinlich schon wieder vergessen: Das riesige Kreuzfahrtschiff schiebt sich langsam aus der Bucht heraus, die AIDA lässt ihr Horn dröhnen und die Passagiere winken den am Land Gebliebenen zu. Hier am Ufer stehen hauptsächlich rot gebrannte Engländer, die jetzt bereits nicht mehr wirklich geradeaus laufen können.

Am Abend lassen wir uns natürlich nicht entgehen, über die bekannte Clubmeile zu schreiten. Kurz vor 23 Uhr schallt aus den teils open-air und teils überdachten Diskotheken die Musik mit voller Power, als ob die Trommelfelle platzen müssten. Aber Partygäste sind noch nicht zu sehen, noch sind die Tanzflächen leer, was sich weit nach Mitternacht ändern soll.

Knidos
Dieser Weg wird kein leichter sein – aber umso schöner. Heute erkunden wir die Halbinsel Resadiye von Marmaris aus Richtung Westen. An der Spitze der Halbinsel, etwa 80 Kilometer von der Partyhochburg entfernt, liegen die Ruinen von Knidos. Um 400 v.Chr. war sie eine blühende dorische Hafenstadt. Warum es dieser Stadt damals wirtschaftlich so gut ging, erleben wir am eigenen Leib: Der Wind weht unaufhörlich und aus voller Kraft. Um die Halbinsel umsegeln zu können, mussten die Seefahrer damals auf Windstille oder Wind aus der richtigen Richtung warten und so gingen sie in Knidos vor Anker. Die Stadt verdiente damals an Schiffsreparaturen, Unterkünften und Handel. Die Überreste verteilen sich heute über ein weitläufiges Areal. Auch hier gilt: Nicht unbedingt die Ruinen sind das Sehenswerte sondern vielmehr die reizende Landschaft. Die zwei Häfen Kindos’ liegen idyllisch in kleinen Buchten und die weiten Olivenhaine vermitteln einen mediterranen Charakter der Gegend. Darüber hinaus lohnt sich die Fahrt über die landschaftlich sehr hübsche Halbinsel und die letzten Kilometer vor Knidos werden dann auch noch abenteuerlich. Schotter, Rollsplitt und Asphalt wechseln sich ab, bis kurz vor der Ruinenstadt die Straße einem Feldweg ähnelt. Doch Achtung, dieser Pfad führt an einem Berg entlang, ist etwa zwei Meter breit – keine zwei Autos passen aneinander vorbei – und hat keine Leitplanke.

Einsame Strände
Reisende, die sich über die Insel schlängeln und aus Marmaris fliehen, sollten unbedingt einen Abstecher zu einem der beiden fast menschenleeren Strände machen: Bei Mesudiye, etwa 13 Kilometer westlich der ruhigeren Hafenstadt Datça, gibt es Sandstrände und in der Bucht von Palamutbükü (etwa 24 Kilometer westlich von Datça) lädt ein feiner Kieselstrand zum Baden ein. Auch wir wollen uns hier auf dem Rückweg von Knidos erfrischen und springen in die Fluten bevor wir wieder ostwärts Richtung Marmaris fahren. Unterwegs halten wir noch in Alt-Datça (Eski Datça) und spazieren durch die engen Gassen. Statt wildem Tourismus stoßen Reisende hier eher auf ruhige, künstlerische Stimmung.

Baris Motel
Zurück in Marmaris fallen wir nach so einem anstrengenden Tag vor Erschöpfung in unser Hotelzimmer. Wie bereits den Tag zuvor nächtigen wir in Baris Motel. Ein junger Mann betreibt gemeinsam mit seinem Vater das Motel. Würden die beiden nur halb soviel Zeit in die Zimmer investieren, wie sie ihre Terrasse pflegen, wären die Zimmer top. Doch so sind sie sehr einfach und in der ein oder anderen Ecke auch etwas schmutzig. Handtücher bekommen wir erst auf Nachfragen (türkisch: Havlu var mi?) und das Frühstück lassen wir am nächsten Tag zum Wohle unserer Gesundheit ausfallen. Einen Pluspunkt hat das Motel: Wie der Name verrät, gibt es für unseren Mietwagen einen Parkplatz, was in Marmaris nicht selbstverständlich ist.

Am Abend stärken wir uns wieder bei „Meryem Ana“ (35 Soak 62) mit türkischen Köstlichkeiten. In dem bescheidenen Lokal kochen Mutter und Tante die Speisen, Vater und Söhne servieren sie. An einer Theke suchen sich hier die Hungrigen ihre Speisen aus – keine Angst: Auch ohne Türkische Sprachkenntnisse freuen sich die Gastgeber über Fremde so sehr, dass sie mit wenigen Brocken Englisch und Handzeichen die Bestellung aufnehmen.

Video: Blick über Knidos

Video: Rückfahrt von Knidos nach Marmaris

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Badestrand von Iztuzu bei Dalyan